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„Guðrún Jónsdottir

still remembers what she was wearing on October 24, 1975.
She was 21, just married with a young child,
was not going to cook, clean,
and was definitely not going to work."

Heute ist der 24. Oktober. Kvennafrídagurinn.

Der Tag an dem die Frauen nicht arbeiten.
So zumindest wurde mir gestern Abend knapp berichtet.

Beim meinem ersten Treffen, dem ich heute morgen als Praktikantin beiwohne,
erfahre ich noch ein bisschen mehr.
Es geht um die Gleichbehandlung von Männern und Frauen.
Dafür haben sie 1975 protestiert. 25.000 Frauen allein in Reykjavík
bei einer Gesamteinwohnerzahl Islands von knapp 220.000.
Allerdings wurde zunächst im Kollektiv beschlossen,
diese Aktion nicht als Streik sondern als "einen Tag frei nehmen" zu benennen.

Sie hätten damals um 11h vormittags ihre jeweiligen Tätigkeiten niedergelegt,
wird mir erzählt. Das wäre die Arbeitszeit, nach der Männer täglich hätten Feierabend machen können, wären sie nach derselben Gehaltsklasse bezahlt worden.

Seltsamerweise sind es hier und heute in diesem kleinen Örtchen hauptsächlich Frauen, die sich aktiv für das weitere Bestehen der verheißungsvollen und anregenden Kunstszene inmitten der verzauberten Landschaft im Seydisfjord bemühen, von der in etlichen Lonely-Planet Versionen und anderen Reiseführern zu lesen ist. Auch die Leitung des Kunstcenters liegt in weiblichen Händen.
Allerdings sind die sichtbaren Kunstwerke,
die hier im Ort an verschieden Stellen im freien stehen,
fast ausschließlich große und raue Skulpturen von männlichen Künstlern.
Und eine, die von einer Lawine geschaffen wurde.
Aber das ist eine andere Geschichte. Bislang.

Heute mittag gibt es also aus gegebenem Anlass Raum für Austausch und Diskussion begleitet vom kollektiven Suppeessen im Hotel Aldan in Seydisfjördur.
Auch der Bürgermeister ist gekommen, um mutig ein paar Worte zu verlieren,
inmitten der geballten Ladung von rund 30 isländischen Powerfrauen.
Vor Allem aber, um Einblick in diverse Statistiken zur Geschlechterverteilung in verschiedenen Arbeitsbereichen der Stadt zu gewähren.
Konur und Karlar. Frauen und Männer. Soviel hab ich verstanden.
Leider reicht mein Isländisch noch nicht aus um den Beiträgen gänzlich zu folgen.

Bis zur völligen Gleichbehandlung ist noch ein bisschen Weg zu gehen.
Auch hier in Island. Aber es ist kein hoffnungsloser.

Wer sich nicht vor dem Englischen fürchtet, kann noch einen interessanten Artikel von 2005 und die ganze Geschichte zu Guðrún Jónsdottir lesen.

Gjörðu svo vel. Bittesehr.

∆

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